Hüfte

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Minimal-invasive Hüftchirurgie AMIS

 

Der künstliche Ersatz (Endoprothetik) eines erkrankten Hüftgelenkes gehört zu den erfolgreichsten Operationen der vergangenen Jahrzehnte. Die häufigste Ursache ist der Gelenkverschleiß (Coxarthrose) beim älteren Menschen, bei dem über viele Jahrzehnte das Gelenk beansprucht wurde. Bei jüngeren Patienten kommen meist andere Ursachen hinzu: starkes Übergewicht, Fehlbildungen im Bereich der Hüfte (Dysplasie), ein Absterben des Hüftkopfes durch Mangeldurchblutung oder Medikamente (z.B. Chemotherapie).

Ebenso kann es auch notwendig sein, nach einem Oberschenkelhalsbruch das Hüftgelenk zu ersetzen. Für die Rehabilitation nach einem eingesetzten künstlichen Hüftgelenk ist von Bedeutung, in welchem Ausmaß die Weichteile – vor allem die Muskulatur – geschädigt wurden. Um an das Hüftgelenk zu gelangen, war bisher die Durchtrennung und Zerstörung von Muskeln nötig. Das führte nach der Operation bei den Patienten nicht nur zu Schmerzen, sondern auch zu einem Funktionsverlust.

 

Die AMIS Methode und ihre Vorteile

"Anteriore Minimal Invasive Surgery"

 

MIS-Operationsmethoden sind durch reduzierte Hautöffnungen und Erhaltung der Muskeln und Sehnen gekennzeichnet. Bei der Hüftoperation steht der Begriff „Anterior“ für Hüfte Zugang „von vorne“, der keine Muskeln ablöst und auch die Nerven schont.

Mit dieser Methode werden intermuskuläre und internervöse Ebenen berücksichtigt. Muskeln, Sehnen, Gefäße und Nerven sind nur minimal einem Verletzungsrisiko ausgesetzt. Die Genesungszeit ist dadurch verkürzt, die Gefahr von Komplikationen ist vermindert.


Ein Überblick über die Vorteile der AMIS Methode:

• wenig Schmerzen
• nahezu unmittelbare volle Beweglichkeit
• sofortiger Beginn von Maßnahmen zur Rehabilitation
• kaum sichtbare Narben, da nur kleine Hautschnitte
• Muskeln und Sehnen werden erhalten, die Hüfte erhält dadurch ihre Stabilität
• geringer Blutverlust bei der Operation, Gefahr von Thrombosen ist verringert, Transfusionen selten erforderlich


Zusammenfassend spricht zwar auch die Ästhetik für die AMIS Methode. Es ist aber vielmehr die Schonung der Weichteile und der Muskelansätze, die Halt und Beweglichkeit sicherstellen. Die Knochensubstanz wird geschont und die Patienten haben sehr schnell positive Empfindungen, da sich ihr Leben grundsätzlich schnell verbessert.

Die Heilgymnastik und Gangschulungsdauer ist verkürzt und kann zu Hause ambulant  durchgeführt werden. Das physische und psychische Wohlbefinden der Patienten ist kurze Zeit nach der Operation wieder voll hergestellt. Rasche Mobilität und fast sofortige Freiheit von Schmerzen sind für eine massive Verbesserung der Lebensqualität – im Vergleich zur Situation davor – ausschlaggebend.

 

Gesundes Hüftgelenk

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Arthrotisches Hüftgelenk

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AMIS Hüfte nach OP

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Femoro-Acetabulären Impingement (FAI)

Beim Femoro-Acetabulären Impingement (FAI) besteht eine Enge zwischen dem Hüftkopf und der Hüftpfanne. Stoßen die Knochen durch diese Enge bedingt bei starker Beugung aneinander, können dem Gelenk nahe Strukturen wie die Gelenklippe oder der Knorpel eingeklemmt bzw. verletzt werden. Es entstehen starke stechende Schmerzen in der Leistengegend.

Welche Ursachen gibt es für die Einklemmende Hüfte?

Femoro-Acetabulären Impingement

Links: Gesundes Hüftgelenk 
Mitte: Cam Impingement mit einer Deformität des Oberschenkelkopfes. 
Rechts: Pincer Impingement mit einer Deformität der Hüftgelenkspfanne.

 

Therapie

Konservativ:

Die Schmerzen können medikamentös gelindert werden. Auch wohltuende Elektrotherapien, Bäder und Fango kommen zum Einsatz. Da durch diese Maßnahmen das mechanische Problem jedoch bestehen bleibt und das Gelenk durch Bewegung weiter zerstört wird, muss hier operativ vorgegangen werden. 

Operation:

Bei einer solchen Operation handelt es sich um die so genannte Hüftarthroskopie, eine Gelenkspiegelung. Bei diesem Eingriff kann eine Gelenklippe wieder am Pfannenrand befestigt, ein verformter Gelenkkopf, Gelenkpfanne oder Schenkelhals abgetragen und angepasst oder ein Schenkelhals nachmodelliert werden.

Knochenmarködem

Als Knochenmarködem (bone bruise) bezeichnet man eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Knochen, die auf eine Ödem- oder Hämatombildung im Knochen beruht. Knochenmarködeme treten hauptsächlich im Bereich des Hüft- und Kniegelenkes sowie am Fuß und am Sprunggelenk auf.

Ursachen dafür können Traumen, Osteoporose, Durchblutungsstörungen oder degenerative Ursachen sein.
Die Therapie entscheidet sich nach Schwere der Knochenschädigung und Ursache. 

Therapie

Die Therapie entscheidet sich nach Schwere der Knochenschädigung und Ursache. Zur konservativen Therapie zählen zunächst Entlastung des betroffenen Gelenkes bzw. Knochens, Lymphdrainage und krankengymnastische Mobilisierung. Zur medikamentösen Therapie zählen Zufuhr von Kalzium und Vitamin D, Antiphlogistika und spezielle Infusionsbehandlungen. Magnetresonanztomographie (MRT) - Verlaufsuntersuchungen ermöglichen die Beurteilung der Knochenheilung. Eine Belastungssteigerung ist meist nach 6 Wochen möglich.